Wissen

GraphRAG

GraphRAG erweitert Retrieval-Augmented Generation um graphstrukturierte Information. Statt Wissen ausschließlich als unabhängige Textpassagen zu behandeln, werden Entitäten, Beziehungen, Communities, Pfade und andere Strukturen explizit modelliert. Dadurch kann Retrieval nicht nur semantisch ähnliche Textstellen finden, sondern auch zusammenhängende Informationen über mehrere Quellen und Beziehungen hinweg erschließen.

  • Entity Class: Wissen
  • Content-Typ: Ratgeber
  • Hauptthema: GraphRAG
  • Bereich: RAG / Knowledge Graph / LLM
Klassisches RAG

Query → ähnliche Textchunks → Kontext → generierte Antwort.

GraphRAG

Query → Entitäten / Relationen / Communities → zusammenhängende Evidenz → Antwort.

Besonders relevant

Multi-Hop-Fragen, relationale Abhängigkeiten und globale Fragen über größere Wissensbestände.

Dokument-Metadaten

Worum geht es in diesem Wissensbeitrag?

Einordnung des Inhalts

Entity Class
Wissen
Content-Typ
Ratgeber / technischer Wissensbeitrag
Hauptthema
GraphRAG
Vollständige Bezeichnung
Graph Retrieval-Augmented Generation
Themenkategorie
Retrieval-Augmented Generation / Knowledge Graphs / Graph Retrieval / LLM
Primäres Wissensobjekt
Graph aus Entitäten, Beziehungen, Quellen und gegebenenfalls Communities
Kernfrage
Wie kann ein LLM nicht nur einzelne relevante Textstellen, sondern auch die Beziehungen zwischen Informationen für Retrieval und Antwortgenerierung nutzen?

Definition

Was ist GraphRAG?

GraphRAG bezeichnet eine Familie von RAG-Architekturen, die Graphstrukturen für Wissensrepräsentation, Retrieval oder Kontextorganisation verwenden. Knoten können beispielsweise Personen, Unternehmen, Produkte, Orte, Themen oder Dokumente repräsentieren. Kanten modellieren Beziehungen zwischen diesen Objekten.

Definition als Faktenstruktur

Input
Dokumente, strukturierte Daten oder bereits vorhandene Knowledge Graphs
Graphrepräsentation
Knoten / Entitäten + Kanten / Beziehungen + optionale Attribute und Quellen
Retrieval
Auswahl relevanter Knoten, Relationen, Pfade, Subgraphen, Communities oder zugehöriger Textpassagen
Kontext
Graphwissen wird in eine für das LLM nutzbare textuelle oder strukturierte Kontextrepräsentation überführt
Generation
Das LLM erzeugt eine Antwort auf Basis der ausgewählten graphbasierten Evidenz
Hauptnutzen
Explizite Nutzung von Zusammenhängen, die über einzelne isolierte Textchunks hinausgehen

Terminologie

GraphRAG ist Methodenfamilie und konkrete Architekturbezeichnung

GRAPH-BASED RAG

Allgemeine Methodenfamilie

GraphRAG wird als Oberbegriff für RAG-Systeme verwendet, die Graphen als Datenquelle, Retrievalstruktur oder Kontextorganisationsschicht einsetzen.

MICROSOFT GRAPHRAG

Konkrete Corpus-to-Graph-Architektur

Microsoft Research beschreibt eine spezifische Pipeline, die aus Dokumenten einen Entity Graph erzeugt, Communities identifiziert und Community Reports für Local und Global Search nutzt.

Kernmodell

Von unstrukturiertem Wissen zum abfragbaren Informationsgraphen

01Sources

Dokumente, Tabellen, Datenbanken oder andere Wissensquellen.

02Entities

Personen, Produkte, Organisationen, Themen oder andere Objekte erkennen.

03Relations

Beziehungen zwischen Entitäten extrahieren oder übernehmen.

04Graph

Knoten, Kanten, Attribute und Quellen verbinden.

05Query

Nutzerfrage auf relevante Entitäten, Themen und Relationen abbilden.

06Traverse

Pfade, Nachbarschaften, Communities oder Subgraphen bestimmen.

07Context

Graphinformation und Originalquellen für das LLM zusammenstellen.

08Answer

Antwort erzeugen und auf Evidenz zurückführen.

Problem

Flat Retrieval sieht häufig einzelne Fundstellen, aber nicht deren Gesamtstruktur

Typische Grenzen klassischen Chunk-Retrievals

Fragmentierung
Zusammengehörige Informationen können über viele Dokumente und Textchunks verteilt sein
Relationen
Semantische Ähnlichkeit modelliert nicht explizit, wie zwei Entitäten miteinander verbunden sind
Multi-Hop
Eine Frage kann mehrere aufeinanderfolgende Beziehungen erfordern, bevor die relevante Evidenz gefunden wird
Global Questions
Fragen nach Themen, Mustern oder Entwicklungen besitzen häufig keinen einzelnen optimal ähnlichen Chunk
Entity Ambiguity
Gleichnamige oder ähnliche Entitäten können ohne explizite Identitätsstruktur vermischt werden
Context Assembly
Top-k ähnliche Chunks müssen nicht gemeinsam eine kohärente Informationsbasis bilden

Graphbestandteile

Welche Elemente kann ein GraphRAG-Wissensmodell enthalten?

NODE

Entität

Eindeutiges Wissensobjekt wie Unternehmen, Produkt, Person, Standort, Ereignis, Thema oder Dokument.

EDGE

Relation

Explizite Beziehung zwischen zwei Objekten, beispielsweise „gehört zu“, „kompatibel mit“, „liefert an“ oder „wird erwähnt in“.

ATTRIBUTE

Eigenschaft

Strukturierte Werte und Metadaten eines Knotens oder einer Relation.

SOURCE

Provenance

Referenz auf Dokument, Passage, Datensatz oder Ursprung, aus dem eine Entität oder Beziehung stammt.

COMMUNITY

Zusammenhängende Gruppe

Cluster stark verbundener Entitäten, die einen Themen- oder Beziehungskomplex bilden können.

PATH / SUBGRAPH

Mehrstufiger Zusammenhang

Folge mehrerer Knoten und Relationen, über die komplexe Multi-Hop-Beziehungen abgebildet werden.

Indexing

GraphRAG benötigt vor dem Retrieval eine Graphstruktur

Der Graph kann bereits als strukturierte Datenquelle vorhanden sein oder erst aus unstrukturierten Dokumenten erzeugt werden.

01Chunking

Quelltexte werden in verarbeitbare Segmente zerlegt.

02Extraction

Entitäten, Beziehungen und gegebenenfalls Claims werden extrahiert.

03Resolution

Mehrfach erwähnte Entitäten werden auf gemeinsame Identitäten abgebildet.

04Graph Build

Knoten, Kanten, Attribute und Quellen werden verbunden.

05Communities

Eng zusammenhängende Graphbereiche werden geclustert.

06Summaries

Cluster oder Communities können zusätzlich verdichtet werden.

07Indexes

Graph-, Text- und Vector-Indizes unterstützen spätere Query-Pfade.

Microsoft GraphRAG

Entity Graph und Community Reports für lokale und globale Fragen

Die 2024 veröffentlichte Microsoft-GraphRAG-Arbeit fokussiert insbesondere Fragen, die eine breitere Sicht über einen gesamten Dokumentkorpus benötigen. Dafür werden aus Texten Entitäten und Beziehungen extrahiert, Communities im Graphen identifiziert und zusammenfassende Community Reports erzeugt.

Kernkomponenten

Text Units
Segmentierte Ausgangstexte, aus denen Entitäten und Beziehungen extrahiert werden
Entity Graph
Netzwerk der erkannten Entitäten und ihrer Beziehungen
Community Detection
Hierarchische Gruppierung eng verbundener Graphbereiche
Community Reports
Zusammenfassende Repräsentationen der Inhalte einer Community
Local Search
Fokussiert auf konkrete Entitäten und deren lokale Graphumgebung
Global Search
Verwendet Community Reports für Fragen nach Themen und Mustern über den gesamten Korpus

Query-Typen

Nicht jede Frage benötigt denselben Retrieval-Pfad

LOCAL

Konkrete Entität oder Beziehung

Retrieval startet bei wenigen relevanten Entitäten und deren Nachbarschaft.

MULTI-HOP

Mehrere Beziehungen kombinieren

Eine Antwort entsteht über mehrere Kanten und Wissensobjekte hinweg.

GLOBAL

Gesamten Korpus verstehen

Übergeordnete Themen und Muster besitzen häufig keinen einzelnen semantisch besten Textchunk.

HYBRID

Breite und Detail verbinden

Community- beziehungsweise Graphwissen kann gezielte lokale oder textbasierte Retrieval-Schritte auslösen.

Graph Retrieval

Retrieval kann mehr als semantische Ähnlichkeit verwenden

Entity Retrieval

Passende Entitäten zur Nutzerfrage identifizieren.

Neighborhood

Direkt verbundene Knoten und Relationen als Kontext erweitern.

Path Retrieval

Mehrstufige Beziehungspfade zwischen Entitäten bestimmen.

Subgraph Retrieval

Einen zusammenhängenden Teilgraphen als Evidenzraum auswählen.

Community Retrieval

Relevante Cluster oder deren Zusammenfassungen bestimmen.

Graph Ranking

Knoten, Kanten oder Tripel priorisieren.

Vector Hybrid

Graphstruktur mit Embedding- beziehungsweise Textähnlichkeit kombinieren.

Graph Algorithms

Traversal, Ranking oder Verfahren wie Personalized PageRank einsetzen.

Beispiel

Eine Produktfrage, deren Antwort über mehrere Beziehungen verteilt ist

Beispielhafte Graphstruktur

Nutzerfrage
„Welche Kameras sind für Objektiv X geeignet und zugleich wettergeschützt?“
Relation 1
Kamera → besitzt Anschluss → Mount M
Relation 2
Objektiv X → kompatibel mit → Mount M
Attribut
Kamera → Gehäuseschutz → wetterabgedichtet
Grounding
Jede technische Aussage verweist auf Produktdaten beziehungsweise Herstellerquelle
Retrieval
GraphRAG verbindet Kompatibilitätsrelation und Produkteigenschaft, statt nur einzelne ähnliche Produkttexte zu suchen
Antwort
Nur Items, für die beide Bedingungen belegt sind, werden als Kandidaten ausgegeben
Multi-Hop-Beispiel
Nutzeranforderung → Produkt → Schnittstelle ← Zubehör
Produkt → Schutzattribut → Evidenz

Graph-Typen

GraphRAG kann auf unterschiedlichen Graphrepräsentationen basieren

KNOWLEDGE GRAPH

Explizite fachliche Entitäten und Relationen

Ein vorhandener Knowledge Graph kann direkt als strukturierte Retrieval- und Evidenzquelle genutzt werden.

LLM-DERIVED GRAPH

Graph aus unstrukturierten Dokumenten

Entitäten und Beziehungen werden während der Indexierung mit NLP- oder LLM-Verfahren extrahiert.

CHUNK GRAPH

Textsegmente als Knoten

Kanten können semantische, dokumentarische oder andere Beziehungen zwischen Textpassagen repräsentieren.

HYBRID GRAPH

Entitäten, Text und Vektoren verbinden

Viele Verfahren kombinieren Knowledge-Graph-Struktur mit Vector Retrieval und originalen Quellpassagen.

Grounding

Graphbeziehungen sollten auf Quellen zurückführbar bleiben

Ein Graph kann Wissen stark verdichten. Für belastbare Antworten ist entscheidend, dass extrahierte Entitäten und Relationen nicht von ihrer ursprünglichen Evidenz entkoppelt werden.

01Answer Claim

Welche Aussage erzeugt das LLM?

02Graph Fact

Welche Knoten, Attribute oder Relationen stützen den Claim?

03Evidence

Welche Passage oder Datenzeile bestätigt den Graphfakt?

04Source

Aus welchem Dokument oder System stammt die Evidenz?

05Validity

Für welche Version, Zeit oder Entität gilt die Aussage?

06Citation

Antwort kann auf die Ursprungsquelle verweisen.

Stärken

Wann GraphRAG gegenüber reinem Chunk Retrieval Vorteile haben kann

RELATIONSHIPS

Beziehungen explizit nutzen

Graphen modellieren nicht nur Ähnlichkeit, sondern wie Entitäten miteinander verbunden sind.

MULTI-HOP

Verteilte Evidenz zusammenführen

Mehrere Knoten und Kanten können die Informationsbasis einer komplexen Antwort bilden.

GLOBAL SENSEMAKING

Korpusweite Muster erkennen

Communities und hierarchische Zusammenfassungen machen übergeordnete Themen zugänglich.

ENTITY IDENTITY

Informationen um Entitäten gruppieren

Mehrere Erwähnungen derselben Entität können über Dokumentgrenzen hinweg verbunden werden.

EXPLORATION

Nachbarschaften explorieren

Von einem bekannten Objekt aus können verwandte Entitäten und Beziehungen erschlossen werden.

STRUCTURED CONTEXT

Kontext kohärenter organisieren

Retrieved Context kann entlang von Entities, Paths oder Communities statt nur als unsortierte Top-k-Chunks aufgebaut werden.

Grenzen

GraphRAG verschiebt einen Teil der Komplexität in Indexierung und Wissensmodellierung

Typische Herausforderungen

Extraction Error
Entitäts- und Relationsextraktion kann falsche oder unvollständige Graphfakten erzeugen
Entity Resolution
Synonyme, Mehrfachnamen und gleichnamige Objekte müssen korrekt zusammengeführt oder getrennt werden
Relation Noise
Zu viele schwache oder unpräzise Kanten können Retrieval verschlechtern
Schema Bias
Das gewählte Graphschema beeinflusst, welche Fragen später gut beantwortet werden können
Index Cost
Graphkonstruktion, LLM-Extraktion und Community Summaries können deutlich teurer sein als einfache Chunk-Embeddings
Update Cost
Neue Dokumente können Graph, Communities, Summaries und Indizes verändern
Summary Loss
Community Reports und andere Verdichtungen können Detailinformation verlieren
Traversal Explosion
Große Graphen besitzen sehr viele mögliche Pfade und benötigen strikte Retrieval-Budgets
Not Always Necessary
Für einfache lokale Faktenfragen kann klassisches Vector RAG kostengünstiger und ausreichend sein

Measurement

GraphRAG sollte Graph-, Retrieval- und Antwortqualität getrennt messen

Entity Precision

Wie viele extrahierte beziehungsweise retrievte Entitäten sind korrekt und relevant?

Relation Precision

Wie zuverlässig repräsentieren Graphkanten tatsächliche Beziehungen?

Evidence Recall

Wird die für eine korrekte Antwort notwendige Quellinformation gefunden?

Path Recall

Werden notwendige mehrstufige Verbindungen erfasst?

Community Coverage

Werden für globale Fragen die relevanten Bereiche des Korpus berücksichtigt?

Answer Groundedness

Werden Antwortclaims durch Graph- und Quellevidenz gestützt?

Comprehensiveness

Deckt eine globale Antwort die wichtigen Aspekte ausreichend breit ab?

Diversity

Enthält die Antwort verschiedene relevante Aspekte statt redundanter Einzelinformationen?

Index Cost

Welche Compute- und LLM-Kosten entstehen beim Aufbau beziehungsweise Update?

Query Latency

Wie viel Laufzeit verursachen Entity Matching, Traversal, Ranking und Context Assembly?

Verwandte Ansätze

Graphbasierte Retrieval-Systeme setzen unterschiedliche Schwerpunkte

MICROSOFT GRAPHRAG

Communities und globale Sensemaking-Fragen

Entity Graph, Community Detection und Community Reports machen Informationen auf mehreren Abstraktionsebenen zugänglich.

G-RETRIEVER

Question Answering über textuelle Graphen

Wählt für GraphQA relevante Teile eines Textgraphen und einen zusammenhängenden Subgraphen als Kontext.

LIGHTRAG

Dual-Level Graph Retrieval

Kombiniert Graphstrukturen mit Vector Retrieval und Retrieval auf unterschiedlichen Wissensebenen.

HIPPORAG

Graph Retrieval als Long-Term Memory

Verbindet LLMs, Knowledge Graphs und Personalized PageRank für assoziatives und Multi-Hop Retrieval.

KG-RANK

Tripel Retrieval und Reranking

Ruft Knowledge-Graph-Tripel ab und priorisiert sie für generative Fragebeantwortung.

RAPTOR

Verwandte hierarchische Retrieval-Idee

Kein klassischer GraphRAG-Ansatz, aber ein verwandtes Prinzip mit Clustering und Zusammenfassungen auf mehreren Abstraktionsebenen.

Abgrenzung

GraphRAG ergänzt andere Retrieval- und Wissensansätze

VECTOR RAG

Ähnlichkeit zwischen Query und Text

Primäres Retrieval-Signal ist semantische beziehungsweise lexikalische Nähe zwischen Anfrage und Textpassagen.

GRAPHRAG

Zusammenhang zwischen Wissensobjekten

Graphstruktur erweitert Retrieval um Identitäten, Beziehungen, Pfade und Communities.

KNOWLEDGE GRAPH QA

Strukturierte Graphabfrage

Knowledge Graph QA kann ohne generatives RAG existieren; GraphRAG verbindet Graph Retrieval zusätzlich mit LLM-Kontext und freier Antworterzeugung.

ITEMRAG

Item-zentriertes Produktwissen

ItemRAG kann Graphstrukturen nutzen, fokussiert aber stärker auf Items, Attribute und produktbezogene Fragen.

RAPTOR

Hierarchische Textzusammenfassungen

RAPTOR organisiert Text rekursiv in einer Baumstruktur; GraphRAG fokussiert expliziter auf Entitäten und relationale Verbindungen.

LONG CONTEXT

Mehr Rohinformation in einem Prompt

Ein großes Context Window erhöht Kapazität, ersetzt aber nicht automatisch strukturiertes Retrieval und relationale Auswahl.

Vorgehensweise

Eine generische GraphRAG-Implementierung in acht Schritten

01

Use Cases definieren

Festlegen, welche lokalen, relationalen oder globalen Fragen das System beantworten soll.

02

Graphmodell bestimmen

Entitäten, Relationen, Attribute und Provenance-Felder fachlich definieren.

03

Graph aufbauen

Strukturierte Daten übernehmen oder Entitäten und Beziehungen aus Dokumenten extrahieren.

04

Identitäten bereinigen

Synonyme, Dubletten, Varianten und Mehrdeutigkeiten über Entity Resolution behandeln.

05

Retrieval entwerfen

Entity Matching, Traversal, Graph Ranking, Vector Search und Community Retrieval kombinieren.

06

Context Assembly

Graphwissen gemeinsam mit Originalquellen auf das notwendige Tokenbudget verdichten.

07

Grounding erzwingen

Antwortclaims auf Graphfakten und deren ursprüngliche Evidenz zurückführen.

08

Getrennt evaluieren

Graphqualität, Retrieval, Multi-Hop Coverage, Groundedness, Kosten und Antwortqualität separat messen.

Verwandte Entitäten

WISSEN

Retrieval-Augmented Generation

RAG bildet das übergeordnete Prinzip. GraphRAG erweitert Retrieval und Context Assembly um explizite Graphstrukturen.

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ItemRAG

ItemRAG verwendet strukturierte Produktobjekte und kann Knowledge-Graph-Relationen für Kompatibilität, Varianten oder Produktfamilien nutzen.

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Groundedness & Faithfulness

GraphRAG benötigt nicht nur passende Graphpfade, sondern eine belastbare Verbindung von Graphfakten zur ursprünglichen Evidenz.

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Context Engineering

Graph Retrieval ist eine Methode, den aktiven LLM-Kontext gezielt mit strukturierter und zusammenhängender Information aufzubauen.

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Product Attribute Coverage

Bei Produktgraphen bestimmt die Vollständigkeit von Attributen und Quellen, welche Auswahlfragen zuverlässig beantwortet werden können.

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WISSEN

Large Language Models

Das LLM bleibt Generator beziehungsweise Reasoning-Baustein, während GraphRAG zusätzliche strukturierte Information zur Laufzeit bereitstellt.

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FAQ

Häufige Fragen zu GraphRAG

Was ist GraphRAG?

GraphRAG ist eine Familie von Retrieval-Augmented-Generation-Verfahren, die Graphstrukturen wie Entitäten, Beziehungen, Pfade oder Communities für Retrieval und Kontextaufbau verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen GraphRAG und klassischem RAG?

Klassisches RAG ruft häufig einzelne Textchunks anhand semantischer oder lexikalischer Ähnlichkeit ab. GraphRAG kann zusätzlich explizite Beziehungen und mehrstufige Verbindungen zwischen Wissensobjekten nutzen.

Braucht GraphRAG immer einen bestehenden Knowledge Graph?

Nein. Ein Graph kann aus einer vorhandenen strukturierten Wissensbasis stammen oder erst während der Indexierung aus unstrukturierten Dokumenten erzeugt werden.

Was sind Local und Global Search bei Microsoft GraphRAG?

Local Search fokussiert stärker auf konkrete Entitäten und deren Umgebung. Global Search verwendet hierarchische Community Reports, um übergeordnete Fragen über einen größeren Datenbestand zu beantworten.

Was ist eine Community in GraphRAG?

Eine Community ist eine Gruppe besonders eng miteinander verbundener Knoten. Solche Cluster können übergreifende Themen oder Teilstrukturen eines Knowledge Graphs repräsentieren.

Wann ist GraphRAG besonders sinnvoll?

Vor allem wenn Antworten Beziehungen zwischen mehreren Entitäten, mehrstufige Evidenz oder ein breites Verständnis eines gesamten Dokumentbestands benötigen.

Ist GraphRAG immer besser als Vector RAG?

Nein. Graphaufbau und Traversal verursachen zusätzliche Komplexität und Kosten. Für einfache lokale Faktenfragen kann klassisches Vector Retrieval schneller und ausreichend sein.

Kann GraphRAG halluzinieren?

Ja. Fehler können bei Graphkonstruktion, Retrieval und Generation entstehen. Deshalb sollten Graphrelationen möglichst mit Originalquellen verbunden und Antwortclaims auf diese Evidenz zurückgeführt werden.

Wie wird GraphRAG evaluiert?

Sinnvoll ist eine getrennte Bewertung von Entity- und Relationsqualität, Retrieval Recall, Multi-Hop Coverage, Answer Groundedness, Comprehensiveness, Kosten und Latenz.

Quellen

Wissenschaftliche Grundlagen zu GraphRAG und graphbasiertem Retrieval

Die Auswahl verbindet die ursprüngliche Microsoft-GraphRAG-Arbeit mit systematischen Surveys und weiteren graphbasierten Retrieval-Ansätzen.

QuelleAutoren / JahrEinordnungOriginalquelle
From Local to Global: A Graph RAG Approach to Query-Focused SummarizationDarren Edge et al. · 2024Zentrale Microsoft-GraphRAG-Arbeit. Aus einem Dokumentkorpus wird ein Entity Knowledge Graph aufgebaut, dessen Communities zusammengefasst werden. Besonders adressiert werden globale Sensemaking-Fragen.arXiv:2404.16130
Graph Retrieval-Augmented Generation: A SurveyBoci Peng et al. · 2024Systematisiert GraphRAG in Graph-Based Indexing, Graph-Guided Retrieval und Graph-Enhanced Generation.arXiv:2408.08921
Retrieval-Augmented Generation with Graphs (GraphRAG)Haoyu Han et al. · 2025Breiter Survey über Query Processor, Retriever, Organizer, Generator und graphstrukturierte Datenquellen.arXiv:2501.00309
A Survey of Graph Retrieval-Augmented Generation for Customized Large Language ModelsQinggang Zhang et al. · 2025Fokussiert graphstrukturierte Wissensrepräsentation, graphbasiertes Retrieval und Knowledge Integration für domänenspezifische LLM-Anwendungen.arXiv:2501.13958
G-Retriever: Retrieval-Augmented Generation for Textual Graph Understanding and Question AnsweringXiaoxin He et al. · 2024Entwickelt einen RAG-Ansatz für textuelle Graphen und wählt relevante Subgraphen für Graph Question Answering aus.arXiv:2402.07630
LightRAG: Simple and Fast Retrieval-Augmented GenerationZirui Guo et al. · 2024Kombiniert Graphstrukturen mit Vector Retrieval und verwendet Retrieval auf unterschiedlichen Wissensebenen.arXiv:2410.05779
HippoRAG: Neurobiologically Inspired Long-Term Memory for Large Language ModelsBernal Jiménez Gutiérrez et al. · 2024Kombiniert LLMs, Knowledge Graphs und Personalized PageRank für assoziatives beziehungsweise Multi-Hop Retrieval.arXiv:2405.14831
KG-Rank: Enhancing Large Language Models for Medical QA with Knowledge Graphs and Ranking TechniquesRui Yang et al. · 2024Ruft Tripel aus einem medizinischen Knowledge Graph ab und priorisiert sie mit Ranking- und Reranking-Verfahren für generative Fragebeantwortung.ACL Anthology
RAPTOR: Recursive Abstractive Processing for Tree-Organized RetrievalParth Sarthi et al. · 2024Verwandter hierarchischer Retrieval-Ansatz: Textchunks werden rekursiv geclustert und zusammengefasst, sodass Retrieval auf mehreren Abstraktionsebenen erfolgen kann.arXiv:2401.18059

Wissen

GraphRAG macht aus isolierten Fundstellen ein Netzwerk aus Entitäten, Beziehungen und Evidenz

Der entscheidende Mehrwert entsteht dort, wo eine Antwort nicht in einem einzelnen Textchunk steckt. Graphstrukturen können Informationen über Dokumentgrenzen hinweg verbinden, relevante Pfade sichtbar machen und sowohl lokale Detailfragen als auch übergeordnete Fragen über größere Wissensbestände unterstützen.